Antifa Cafe Pinneberg


Solidarität mit dem Antifa Café Pinneberg, ohne wenn und aber!
Wir haben uns sehr gefreut als wir erfahren haben, dass sich Jugendliche aus dem Kreis Pinneberg im „Geschwister-Scholl-Haus“ zusammen gefunden haben, um einen Treffpunkt zu organisieren in dem sich frei von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus zu Themen ausgetauscht werden kann.


Die jungen Menschen haben mehrere Veranstaltungen organisiert u.a. mit Zebra e.V., einer Beratungsstelle für Opfer von rechter Gewalt, einem Kapitän und ein Crewmitglied der „Iuventa – Jugend rettet“ die vom Sterben im Mittelmeer berichteten. Diese Veranstaltungen fanden alle unter dem Namen „Antifa-Café Pinneberg“ statt, so hat die Gruppe ihren Treffpunkt genannt. Wo passt der Name nicht besser als in einem „Geschwister-Scholl-Haus“?!


Leider sah die Bürgermeisterin Urte Steinbach das etwas anders und hat den jungen, aktiven Menschen vom „Antifa-Café Pinneberg“ ein „Hausverbot“ über die Mitarbeiter*innen des „Geschwister-Scholl-Haus“ erteilt.


Dieses „Hausverbot“ was ein Verbot des Treffpunktes unter dem Namen „Antifa-Café“ war, wird jetzt als ein Missverständnis der Bürgermeisterin und der Stadt Pinneberg dargestellt und ist zurück genommen worden.


Mittlerweile haben sich viele einzelne Menschen, Initiativen, politische Gruppen und die Presse quer durch die Republik zum Verbot und dem Missverständnis der Bürgermeisterin geäußert.


Als eine schallende Ohrfeige, nicht nur für die Orga-Gruppe, kann der Vorschlag der CDU benannt werden. Sie fordert ein striktes Verbot von Politik in Jugendhäusern in Pinneberg! Dieses würde das Ende von offener Jugendarbeit in Pinneberg bedeuten!
Bei einer weiteren Veranstaltung des „Antifa-Café Pinneberg“ im Dezember 2019 waren Expert*innen zum Thema Jugendarbeit und Antifa eingeladen. Während der sehr interessanten, fachlichen Veranstaltung berichteten Prof. Dr. Melanie Groß ( Fachhochschule Kiel), Dr. Nils Schuhmacher (Universität Hamburg), Till Stehn (Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus).


Das „Antifa-Café Pinneberg“ lud hierzu auch Bürgermeisterin Urte Steinberg ein, leider wurde sie auf dieser Veranstaltung nicht gesehen.


Mit großen befremden verfolgen wir, wie die Bürgermeisterin und die Stadt Pinneberg sich mit der für eine demokratische Haltung und Austausch engagierte Gruppe von jungen Menschen auseinandersetzt.


Es wurde bis heute nicht einmal persönlich mit den Jugendlichen gesprochen!
Wir können den Wunsch der jungen Menschen nach einer öffentlichen Debatte und das verweigern eines Treffen im Zimmer der Bürgermeisterin sehr gut nachvollziehen. Es braucht einen öffentlichen Raum, da dieser für eine höchsteffiziente Transparenz sorgt und somit kaum Raum gibt für vermeintliche Missverständnisse.


In diesem Kontext haben wir mit Verwunderung festgestellt, dass sich die Leitung vom „Geschwister-Scholl-Haus“ bis jetzt nicht öffentlich vor die Jugendlichen stellt! So haben sie doch aus der Berufung heraus die Funktion als „Anwält*innen“ der Jugendlichen. Auch nach dem Gesetz hat die Leitung den Auftrag einen demokratischen Austausch, den die jungen Menschen vorantreiben möchten, zu schützen und zu fördern.


Wir möchten hier noch einmal ausdrücklich unsere Solidarität mit dem „Antifa Café Pinneberg“ im „Geschwister-Scholl-Haus“ ausdrücken! Und wünschen dem Team ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen!


Gerade heute, angesichts des Mordes an Walter Lübcke (CDU) durch Nazis, die andauernde, tägliche rassistische Hetze durch die AfD und dem antisemitischen Terror wie in Halle, brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Antifaschismus und das auch im Kreis Pinneberg!


Bündnis Gegen Rechts Kreis Pinneberg
Weitere Unterzeichner*innen:
Antifa Pinneberg – Antifaschistische Initiative Kreis Pinneberg