Aktion Sicherer Hafen

Wir haben uns am Sonntag den 28.6. an der Promenade in Bad Segeberg versammelt , um erneut darauf aufmerksam zu machen, dass Europa seit mehreren Jahren nicht in der Lage ist, den Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger sind, in menschenwürdiger Weise zu begegnen.

Diese Menschen sollten Schutz bekommen, sie haben ein Recht auf humanitäre Hilfe und Asyl.

Stattdessen werden sie als ein „Problem“ an den Außengrenzen betrachtet.

Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Ende 2019 lag die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht waren, bei 79,5 Millionen – mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung.

Die meisten Menschen auf der Flucht, etwa 85%, werden von so genannten Entwicklungsländern aufgenommen. Das reiche Europa aber drückt sich seit Jahren vor seiner Verantwortung.

Seit 2014 ertranken 20.142 Menschen im Mittelmeer. Jeder Mensch, der ertrank, hatte eine eigene Geschichte, eigene Träume und Hoffnungen.

Die Rettung auf See ist ein humanitäres MUSS und eine Verpflichtung nach dem Völkerrecht !!!

Doch statt die Seenotrettung auszubauen und über das ganze Mittelmeer auszuweiten, wie es die Menschlichkeit vorschreibt, werden Seenotretter kriminalisiert und vor Gericht gestellt.

Wenn die flüchtenden Menschen es trotz der vielen Gefahren schaffen, Europa zu erreichen, werden sie auf engstem Raum zusammengepfercht.

So leben im Flüchtlingslager Moria, auf der griechischen Insel Lesbos, ca. 20 000 Menschen. Das Lager ist aber nur auf die Aufnahme von 3 000 Menschen ausgelegt.

Wir erleben eine beispiellose menschenrechtliche, gesundheitliche und politische Katastrophe.

Angesichts der weltweiten Corona-Pandemie müssen wir mehr denn je solidarisch handeln und jene unterstützen, die von dieser Katastrophe besonders schwer betroffen sind, denn der Schutz von Leben und grundlegenden Menschenrechten muss Priorität haben !

Es würde Europa nicht schwerfallen, diese Menschen aufzunehmen und ihnen einen Neuanfang zu ermöglichen.

Um das zu verdeutlichen, sind bereits 161 Städte und Gemeinden in Deutschland dem Aufruf von SEEBRÜCKE gefolgt und haben sich, zu so genannten sicheren Häfen erklärt.

Wir fordern die Stadt Bad Segeberg auf, sich diesen Städten anzuschließen, nicht zuletzt, um auch den in dieser Stadt, grassierenden rassistischen und nationalistischen Umtrieben ein Zeichen entgegen zu setzen.

Liebe Stadtvertreter*innen !

Positionieren Sie sich öffentlich!

Beziehen Sie Stellung für ein friedliches, weltoffenes, tolerantes und buntes Bad Segeberg!

Erklären Sie Bad Segeberg zum „Sicheren Hafen“ und machen damit deutlich, dass wir hier einstehen für Menschlichkeit und Solidarität.

Erteilen Sie damit den Rechten in unserer Stadt eine deutliche Absage.

Wir fordern weiter, die Kriminalisierung der Seenotretter zu beenden !

Wer Menschenleben rettet, verdient Lob und besondere Anerkennung, nicht Kriminalisierung und Verfolgung.

Europa muss endlich sichere Fluchtrouten schaffen und es flüchtenden Menschen ermöglichen, auch in Europa einen Neuanfang zu schaffen und in Frieden zu leben.

Liebe Menschen, wehrt euch gegen Rassismus, Nationalismus und Islamophobie.

Setzen wir den rechten Ideologien etwas entgegen.

Denkt global, handelt lokal.